Allergie-Vorbeugung

Tipps zur Vorsorge bei Allergie-Risiko

Die folgenden Tipps habe ich aus einem Positionspapier der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAI) zusammengefasst (in beiden bin ich Mitglied), veröffentlicht im AllergoJournal März 2004 (Allergo J 2004; 13:120-125), aktualisiert im September 2009 (Dtsch Ärztebl Int 2009; 106(39): 625-31) und im Juli 2014 (www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/061-016.html).

Einleitung

Zur Allergievorbeugung haben sich drei Hauptbereiche herauskristallisiert.
Die primäre Prävention bezieht sich auf Bemühungen, frühe Sensibilisierungen und erste Krankheitsbilder (wie z.B. die atopische Dermatitis bzw. Neurodermitis) zu verhindern.
Die sekundäre Allergieprävention bezieht sich darauf, bereits sensibilisierte Kinder mit frühen Krankheitszeichen durch entsprechende vorbeugende Maßnahmen symptomfrei zu halten.
Die Tertiärprävention hat das Ziel, bei bereits vorhandener Erkrankung eine weitere Chronifizierung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.

Empfehlungen zur Allergievorbeugung im ersten Jahr

  • Ein erhöhtes Allergierisiko definiert sich über die familiäre Allergiebelastung (Vater, Mutter, Geschwisterkind; mindestens ein Familienmitglied betroffen).
  • Rauchen erhöht das Allergierisiko um ca. 30%! Auch Passivrauchexposition ist mit einem erhöhten Risiko verbunden.
  • Eine Kaiserschnittentbindung erhöht das Risiko des Kindes ein frühes Asthma zu entwickeln um mindestens 20%.
  • Die beste Ernährung ist viermonatiges ausschließliches Stillen.
  • Es wird derzeit weder für die Schwangerschaft noch die Stillzeit empfohlen, dass die Mutter eine bestimmte Diät einhält. Nur bei Nahrungsmittelallergie der Mutter selbst sind diese Nahrungsmittel natürlich zu vermeiden. Es gibt Hinweise, daß Fisch in der Ernährung der Mutter während der Schangerschaft und/oder Stillzeit einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen des Kindes hat.
  • Beginn mit Beikost möglichst im fünften Lebensmonat. Es gibt Untersuchungen, die einen gewissen allergievorbeugenden Effekt bei Fischkonsum im ersten Lebensjahr belegen.
  • Bei nicht gestillten oder teilgestillten Säuglingen wird bei familiärer Belastung aussschließlich die Verwendung von Hydrolysatnahrungen (extensiv hydrolysiert eHF oder partiell hydrolysiert pHF) empfohlen, die auch in klinischen Präventionsstudien untersucht wurden. Die Stärke der Hydrolyse selbst ist kein Entscheidungskriterium. Säuglingsnahrung auf Sojabasis sollte auch wegen der enthaltenen Phytoöstrogene (hormonähnlichen Pflanzenstoffen) nicht verwendet werden.
  • Die Hinweise auf die Bedeutung von Probiotika für die Allergieprävention konnten bisher nicht bestätigt werden.
  • Es gibt keine Hinweise darauf, daß das Halten von Hunden die Allergiebereitschaft fördert. In Risikofamilien sollte auf die Katzenhaltung verzichtet werden.

Zusammenfassung im Deutschen Ärzteblatt (pdf).