Sehr geehrte Barmer-Patienten,

Grundsätzlich begrüßen wir, die unterzeichnenden Ärzte die Entwicklung von Modellen zur Integrierten Versorgung, wir sehen in einer hausarztzentrierten Versorgung sehr positive Aspekte.

Nach eingehender Diskussion haben wir jedoch entschieden, nicht an dem von der BEK angebotenen Hausarztmodell teilzunehmen. Diese Entscheidung gilt vorerst bis zum 30.12.2006 und wird dann erneut diskutiert werden.

Folgende Gründe waren für uns ausschlaggebend:

Die Krankenkasse sammelt detaillierte Informationen über Ihren Gesundheitszustand, insbesondere sämtliche, auch frei verkäufliche Medikamente. Je mehr Institutionen mit der Verwaltung sensibler Daten beschäftigt sind, um so größer der mögliche Mißbrauch. Durch engmaschige Kontrolle Ihres Medikamentenverbrauchs verspricht sich die BARMER erhebliche Kosteneinsparungen. Ob in Zukunft nicht auch die Verordnung bestimmter Medikamente unmöglich wird, kann z. Zt. nicht endgültig beurteilt werden.

Der teilnehmende Apotheker ist gezwungen, die billigsten Medikamente abzugeben, so kann sich z.B. das Aussehen von Tabletten von Verordnung zu Verordnung ändern.

Wir Ärzte sollen die Einweisung in Krankenhäuser unter Kostenaspekten abwägen.

Die Verordnung von Krankengymnastik und Massagen außerhalb des Regelfalles wird erschwert.

Dem Hausarztvertrag der BEK werden möglicherweise weitere Verträge mit bis zu 150 Krankenkassen folgen, der jetzt schon enorme Aufwand an Bürokratie in den Arztpraxen wird dann unermeßlich werden, da mit den Verträgen immer eine zusätzliche schriftliche Dokumentation und Datenübermittlung gefordert ist. Umso weniger Zeit verbleibt dann für die Betreuung des Patienten.

Der Hausarztvertrag bringt für die vielen Patienten, die im Verlaufe des Jahres von den Zuzahlungen befreit werden, keinen finanziellen Vorteil.

Die Finanzierung des Hausarztvertrages ist zum Beginn zwar durch Gelder aus der ärztlichen Gesamtvergütung gesichert, muß später aber von der Krankenkasse aufgebracht werden. Rationierung der Versorgungsleistungen der Patienten sind bereits heute an der Tagesordnung, d.h. der Leidtragende ist der Patient.

Wir Ärzte sollen an den Einsparungen beteiligt werden, d.h. unser Einkommen soll steigen, wenn wir sparsamer verordnen. Diese Koppelung halten wir für äußerst fragwürdig.

Zusammenfassend sind daher die Gründe gegen die Teilnahme dieses Programmes deutlich überwiegend.
Dr. Aka
Dr. Brunnée
Dres. Budelmann
Dres. Domberg
Dr. Dörwaldt
Dr. Hillje
Dr. Ibbeken
Dr. Janik
Dr. Kircher
Dr. Koppe-Witte
Dr. Langraf
Herr Schumann
Dr. Spermezan
Herr Voskamp

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